ÜBER UNS

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Als Kinder verbrachten wir viel Zeit im Freien und beschäftigten uns mit so ziemlich allem was wir in die Finger bekamen. Wir waren nicht abgelenkt von Computern oder Handys, besaßen nur wenige Spielsachen und einige Bücher. In den Ferien verschwanden wir nach dem Frühstück aus dem Haus – und damit auch aus den Augen unserer Eltern – um meist erst spät abends schmutzig, häufig auch mit Schrammen und Kratzern zurückzukehren. Wir waren mit Freunden unterwegs. Auf Spielplätzen, in Parks, auf unbefahrenen Straßen und Wegen, auf Wiesen oder Feldern, in Wäldern, an Bächen und Seen. Manchmal auch ganz alleine.

Wir verstanden die Zusammenhänge in der Natur zwar nicht so gut wie heute, aber wir entdeckten und erlebten sie mit vollem Einsatz und reichlich Hautkontakt. Generationen von Kaulquappen wuchsen in unseren Gurkengläsern auf, um Tage später als Minifrösche aus ihren Glasgefängnissen auszubüxen und auf nie mehr Wiedersehen in die Wildnis zu entschwinden. Unter unseren Betten fanden unser Mütter Eidechsen, Blindschleichen und Kröten, die in provisorischen Terrarien aus Schuhkartons untergebracht waren. Die darauf folgenden Standpauken hielten uns nicht davon ab, einige Tage später ein neues Experiment mit selbst gefangenen Mäusen zu starten.

Meistens waren wir glücklich, manchmal auch geschockt. Wir fielen von Bäumen, stolperten über Äste oder rutschten beim Durchqueren von Bächen auf Steinen aus. Von unseren Radunfällen wollen wir gar nicht sprechen. Unsere Kindheit bestand aus Abenteuer, aus mehr oder weniger gewollten Erlebnissen in der Natur, die nicht immer gut endeten und einer gewissen, von unseren Eltern nur am Rande wahrgenommenen Freiheit und Selbstbestimmung. Hauptsache sie bekommen nichts mit, lautete unser Motto.

Dann begann das, was uns unsere Eltern als “Ernst des Lebens” verkauften. Wir kamen ins Gymnasium. Ab diesem Zeitpunkt verbrachten wir die Nachmittage zunehmend am Schreibtisch. Wir waren beschäftigt – jetzt mit Hausaufgaben, Prüfungsvorbereitungen, Denkprozessen und den Schwierigkeiten des Erwachsenwerdens. Die Freizeit verbrachten wir noch immer mit unseren Freunden, doch unsere Interessen verschoben sich. Unsere Ausflüge in die Natur wurden seltener. Andere Themen rückten in den Mittelpunkt.

Erst Jahre später entdeckte jeder von uns aus unterschiedlichen Gründen die Natur wieder für sich. Wir fingen an uns für das komplexe Zusammenspiel von natürlichen Prozessen in Ökosystemen zu interessieren. Dieses Interesse entstand nicht zufällig sondern hing ganz wesentlich mit unseren Jobs und unseren beruflichen Entwicklungen zusammen und setzte sich schließlich auch in unserem Privatleben fort. Dabei wurde uns langsam klar, wie schwierig es ist, die Welt in ihrer ganzen Komplexität zu begreifen.

2012 haben wir unter dem Titel MISSION GRÜNER PLANET – MIT AKTIVEN NATURSCHÜTZERN AUF EXPEDITION zum ersten Mal ein Programm für NATURSCHAUSPIEL.at entwickelt, mit dem wir seit 2013 auch bei den KinderUnis in Steyr, Linz und im Almtal erfolgreich vertreten sind.

Die positiven Rückmeldungen haben dazu geführt, dass wir seit 2015 in Abstimmung mit dem IFAU - INSTITUT FÜR ANGEWANDTE UMWELTBILDUNG und mit finanzieller Unterstützung der ABTEILUNG NATURSCHUTZ DES LANDES OBERÖSTERREICH im Rahmen von NATURSCHAUSPIEL.at ein eigenes attraktives Schulprogramm anbieten können.

Wir sehen uns weder als fanatische Naturschützer, noch als Lehrende mit erhobenem Finger. In unseren Schulprogrammen sollen Kinder und Jugendliche die Gelegenheit bekommen, sich selbst ein Bild über die Natur und unsere Umwelt zu machen. Wir liefern ihnen dazu Informationen aus erster Hand. Zeigen ihnen verschiedene Standpunkte und Perspektiven auf und suchen mit ihnen gemeinsam nach Antworten auf ihre Fragen.

Es ist uns wichtig, dass sie komplexe Sachverhalte vereinfacht erkennen und selbst kritisch hinterfragen können, Argumente für unterschiedliche Lösungen suchen und überlegen wie sich bestimmte Entscheidungen auf natürliche Ökosysteme und deren Artenvielfalt auswirken. Wir möchten die Schüler anregen darüber nachzudenken wie wir mit unseren Ressourcen umgehen, wie sich Orte durch menschliche Eingriffe verändern. Wie sich unsere Entscheidungen auf spezifische Lebensräume auswirken und welche Arten noch ein Recht haben dort zu leben.

Als Gesellschaft müssen wir uns der Herausforderung stellen, wie wir unsere persönlichen und wirtschaftlichen Bedürfnisse und Interessen mit der Natur in Einklang bringen.

Die Aufenthalte in der Natur sollen den Kindern und Jugendlichen einen Einblick in diese brisante und spannende Thematik bieten und ihnen gleichzeitig Möglichkeiten aufzeigen, wie man Zukunft gestalten kann ohne die Natur mit ihrer Artenvielfalt zu zerstören.

Sie werden unterschiedliche Lebensräume kennenlernen, Pflanzen- und Tierarten entdecken, lernen ihre Wahrnehmung mit Hilfe der Kamera oder ihrem Fotohandy zu fokussiere, Merkmale und Eigenschaften von Ökosystemen erfassen, Informationen sammeln und sich dabei spielerisch mit aktuellen gesellschaftlichen Fragestellungen auseinandersetzen.

Auf dieser Basis entwickeln und gestalten wir die Programme und die dazugehörigen Einsatzmaterialien und Aktionsspiele für MISSION GRÜNER PLANET. Inhaltlich berücksichtigen wir sowohl ökologische und ökonomische als auch gesellschaftliche und persönliche Standpunkte und Interessen weil sie alle einen maßgeblichen Einfluss auf unsere Verhaltensweisen sowie den Zustand unserer Umwelt haben und sich auf unsere Lebensqualität auswirken.